Samstag, August 8, 2020

APP am Strand und das Unverständnis der Tourismusmacher

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In Corona Zeiten ist das Wort APP hochmodern und wird oft benutzt. Zu oft?

Nachdem die Scharbeutzer Bürgermeisterin am Pfingstwochenende gezwungen war den Ort an der Lübecker Bucht für Tagesgäste zu sperren, wird nun über Alternativen zur Sperrung nachgedacht. Schnell war eine Strand App im Gespräch und schnell war auch die Kritik welche nicht lange auf sich warten ließ.

Apps sind digital und wer Digital sagt, weiß auch das digital behaftet ist mit vielen negativen Argumenten. Digital bedeutet unendliche Kontrolle über die Menschen und unzählige Möglichkeiten Daten zu erheben. Dies ist aber nur möglich, wenn ein Smartphone an den Strand mitgenommen wird. Wer jetzt keines hat oder es nicht mitnehmen möchte, darf also nicht an den Strand bzw. zahlt möglicherweise ein Bußgeld. Daraus ergibt sich zwangsläufig die Frage, auf welcher gesetzlichen Grundlage dies geschehen soll? Eine solche App dürfte schnell die Juristen auf den Plan rufen mit Recht dagegen vorzugehen.

Ferienwohnungsbesitzer

Man erteilt eine Erlaubnis für eine hohe Anzahl an Ferienwohnungen und wundert sich das dann Menschen dort wohnen und ihr Wochenende genießen wollen oder einen Kurzurlaub verbringen. Damit verbunden sind dann auch irgendwann die Strände voll. Wie will man denn Tagesgäste von Ferienwohnungsbesitzern unterscheiden? Wenn es zu viele sind, hat man die Fehler doch schon in der Vergangenheit begangen, indem man sehr vielen Menschen erlaubt hat dort zu bauen.

Kein Smartphone

Unter diesem Aspekt sind schon mehr Problematiken vorhanden, zum einen gibt es die Menschen die gar kein Smartphone haben, weil sie einfach nicht das Geld dazu haben oder weil sie damit nicht umgehen können oder weil sie es einfach zu Hause lassen wollen, um ihre Ruhe zu haben. Wie viel Weltfremdheit steckt in den Politikern, dass diese solche Problematiken nicht berücksichtigen können? Sind die Begehrlichkeiten der Überwachung so groß oder reicht es nicht aus, einfach mal an die Vernunft der Menschen zu appellieren, indem man die Aussage trifft: “Liebe Leute bei vollen Stränden geht einfach woanders hin”?  Müssen wir bald überall mit Kontrollorganen rechnen?  Das wäre dann für einige kein Urlaub mehr. Wie viel Vernunft in der Zukunft Abhandenkommen wird werden wir noch sehen.

Strand ist Allgemeingut

Auch auf Usedom in Mecklenburg-Vorpommern ist keine App geplant. Dabei sieht es auf Usedom fast aus wie vor Corona: Autoschlangen auf den Straßen, viele Spaziergänger auf den Promenaden und am Strand, Radfahrer, gut besetzte Straßencafés. “Unsere Strände sind voll”, sagt die Vorsitzende des Tourismusverbandes der Insel Usedom, Nadine Riethdorf. Zugangsbeschränkungen soll es aber nicht geben: “Der Strand ist Allgemeingut.” Ihr sei es noch nicht passiert, dass ihr dort jemand auf 1,50 Meter “auf die Pelle gerückt” sei. Anders als in Schleswig-Holstein gelten in Mecklenburg-Vorpommern noch Betretungsverbote für Tagesgäste aus anderen Bundesländern. Mit Übernachtung können diese aber kommen.

Auch auf den ostfriesischen Inseln wie Norderney und Borkum sind weder Leitsysteme noch Strandreservierungen vorgesehen. “Wir haben nach wie vor ein Korrektiv: das Verbot von Tagestouristen”, sagt der Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft Ostfriesische Inseln. “Solange wir keine Tagestouristen haben, haben wir im Prinzip keine Übernutzung am Strand.” Zumal die Strände groß genug seien, um Strandkörbe in ausreichendem Abstand aufzustellen. Während auf den Inseln wie im übrigen Niedersachsen schrittweise Lockerungen erfolgt sind – zuerst durften Ferienwohnungen vermietet werden, dann Urlauber auch in Hotels – soll am Tagestourismusverbot zunächst festgehalten werden, erklärt der Bürgermeister der Stadt Norderney, Frank Ulrichs. “Bei schönem Wetter kommen sie ja zu Hunderten und Aberhunderten.” Bis zu 10.000 sind es an manchen Wochenendtagen.

Über das Himmelfahrtswochenende und Pfingsten hat es auch auf den nordfriesischen Inseln und in Sankt Peter Ording Betretungsverbote für Tagestouristen gegeben. Nach Angaben der Verantwortlichen hat dies ganz gut funktioniert. Dennoch sind an den touristischen Hotspots in Schleswig-Holstein derzeit keine derartigen Beschränkungen mehr geplant. Klar ist aber, es soll weiter stark kontrolliert werden. “Dass alle dicht an dicht wie in der Sardinenbüchse liegen, wird es bei uns nicht geben”, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther kürzlich dem “Tagesspiegel“.

Für viele Tourismusmacher ist die APP übertrieben und nur an wenigen Hotspots, die unter Umständen zu kleine Strande haben eigentlich sinnvoll, sofern man eines hat. Allerdings das Stichwort “Gleichbehandlung” dürfte sich mit solchen Techniken dann irgendwann verabschiedet haben, sofern man dann Netzempfang hat. Im Ergebnis schießen einige wieder richtig über das Ziel hinaus, vermutlich weil es sich “hip” anhört oder weil man die nächste Wahl im Sinn hat. Wir haben inzwischen so viel Sicherheit die schon richtig Angst macht und eine unbeschwerte Zeit am Strand ist Erholung für das was wir tagtäglich erleben.

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